dvd production


DVD-Produktion

Im Zuge meiner Diplomarbeit ist neben den Hörtest-Versuchen im LUNA-Studio auch Musik-Material aufgenommen worden. Mit Hilfe des Mikrofon-Arrays haben Tom Ammermann und ich 3 Kompositionen in Surround produziert und daraus die DVD "R.I.C - das raumintegrative Konzept für Surround-Aufnahmen im Studio" entwickelt.

(Abbildung: Front-Cover der DVD)
DVD 2003
(Abbildung: Front-Cover der DVD)
Bericht im Studio Magazin (2004)

Um den Zuhörer emotional noch intensiver begeistern und einen weiteren Attraktivitätszuwachs im Vergleich zu einer 'herkömmlichen' Stereo-Produktion zu erzielen, war der Ansatz, den Zuhörer in das Musikereignis direkt hineinzuführen, ihm das Gefühl zu geben, mitten in der Band im Aufnahmeraum oder auf der Bühne zu sitzen und nicht in der Aufnahmeregie oder im Parkett, Reihe 10. Hierzu haben wir im Studio jedes Instrument diskret, also im Overdub-Verfahren, sowie in der Position, die es später in der Mischung haben soll, im Aufnahmeraum mit Surround-Mikrofonanordnungen aufgezeichnet. Der Zweck der Übung sollte sein, dass jedes Instrument räumlich wahrzunehmen ist, indem die Mischung die räumliche Tiefe und Position des Instrumentes enthält.

Eine räumliche Aufnahme mit möglichst vielen Konstanten wäre erforderlich. Bekanntermaßen benötigten wir hierzu Surround-Mikrofonanordnungen. Auch von Bedeutung war die Frage danach, welche Anordnung man für welches Instrument bzw. welche Instrumentengruppe an welchem Ort benutzt.

Um nun eine bestmögliche Vergleichbarkeit der Mikrofonanordnungen zu gewährleisten und sie in der Mischung kombinierbar zu machen, also eine möglichst hohe Kohärenz zueinander zu erhalten, schafften wir folgende Konstanten: Relative Raumposition der Mikrofonanordnungen zueinander, Aufnahmen der Instrumente mit allen Anordnungen gleichzeitig, über baugleiche D/A Konverter mit einer DAW aufgezeichnet.

Nähere technische Informationen sind in meiner Diplomarbeit aufgeführt.

Einer der wichtigsten Aspekte für uns war, Produktionsverfahren auszuprobieren, die Surround-Musikproduktionen auf einem hohen Niveau ermöglichen, jedoch mit angemessenen und kostengünstigen Mitteln. Hierzu bedarf es Produktionsverfahren, die denen einer herkömmlichen Standard-Stereoproduktion in Aufwand und Kosten etwa gleichkommen müssen. Vielerorts ist das Fehlen entsprechender Ideen neben dem Irrglauben, Surround hätte keine Zukunft, noch eine Hemmschwelle, Surround-Produktionen ernsthaft anzugehen. Da wir, wie schon erwähnt, das Format Surround aber für sehr 'zukunftsträchtig' halten, hoffen wir hiermit einen Beitrag geleisten zu haben, der Anstoß für weitere Projekte gibt, um dann letztlich Surround auch als selbstverständlichen Standard zu begreifen. Wichtige Schritte, auf denen unsere Erkenntnisse und Ansätze beruhen, sind hier von verschiedenen Kollegen und Wissenschaftlern bereits gemacht worden. Nun gilt es, diese weiter in Anwendung zu bringen und noch deutlicher herauszuarbeiten, wie sie sich in gängige Produktionsverfahren integrieren lassen.

Die Auswertung unserer Aufnahmen und der daraus resultierenden Mischungen tragen, wie wir uns erhoffen, auch dazu bei, ambitionierten Produzenten Informationen an die Hand zu geben, die eine Surround-Produktion schlank und effektiv planbar machen. Durch die vielen Konstanten, die wir bei den Aufnahmen geschaffen haben, wird es zum Beispiel später weniger vonnöten sein, dass jeder, der eine Surround-Produktion machen möchte, die Mikrofonsysteme noch einmal für sich aufnehmen und testen muss, um die Charakteristik einer oder verschiedener Anordnungen zu ergründen. Sicher, wir haben uns diese Arbeit dennoch gemacht. Aber bisher gab es, meines Wissens nach, auch noch nie eine Aufnahmesession, die einen so direkten Vergleich der Systeme und Verfahren ermöglicht hätte und bei der so ziemlich alle am Markt erhältlichen Anordnungen teilgenommen haben.


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